Viele Hände, schnelles Ende – gemeinsam schaffen wir neue Räume
Was zunächst nach einer gewaltigen Aufgabe klang, wurde innerhalb kürzester Zeit zu einem eindrucksvollen Beispiel dafür, was eine starke Schulgemeinschaft gemeinsam bewegen kann. Mit viel Engagement, handwerklichem Geschick und einer großen Portion Teamgeist haben Eltern, Kinder und Mitarbeitende der Montessori-Schule Weißenhorn gemeinsam angepackt, um mehrere Klassen- und Fachräume für das neue Schuljahr umzuziehen, zu renovieren und neu einzurichten.
Ausgangspunkt der großen Aktion war die räumliche Weiterentwicklung der Schule. Mit dem Aufbau einer weiteren Gruppe zum Schuljahr 2026/27 und damit insgesamt neun Klassen mussten bestehende Räume neu aufgeteilt und zusätzliche Räumlichkeiten geschaffen werden. Aufgrund der zeitlichen Rahmenbedingungen war bereits im Vorfeld klar: Dieses Vorhaben würde nur mit tatkräftiger Unterstützung aus der gesamten Montessori-Gemeinschaft gelingen.
Unter dem Motto „Viele Hände, schnelles Ende“ startete deshalb ein großer Helferaufruf – und die Resonanz übertraf alle Erwartungen. Allein für die ersten beiden Arbeitstage meldeten sich knapp 50 helfende Hände. Die Bereitschaft mit anzupacken war sogar so groß, dass Organisatorin Nadine Varga-Schmidt die ursprüngliche Einsatzplanung mehrfach anpassen musste, um alle Helferinnen und Helfer sinnvoll einsetzen zu können.
Dabei wurde nicht nur geschleppt und gestrichen. Innerhalb von nur etwa einer Woche Vorbereitungszeit mussten zahlreiche Arbeiten geplant und miteinander koordiniert werden. Besonders wertvoll war dabei das berufliche Fachwissen innerhalb der Elternschaft. Unter anderem brachten sich Fachleute aus den Bereichen Elektro und Sanitär ein und stimmten bereits im Vorfeld gemeinsam mit der Schule ab, wo Geräte und technische Einrichtungen sinnvoll platziert werden konnten. Auch bei der Beschaffung und Anlieferung neuer Möbel sowie beim Einkauf von Farben und weiteren Materialien unterstützten Eltern unkompliziert und tatkräftig.
Dass dabei auch die Wünsche der Kinder Gehör fanden, zeigte sich an einem vielleicht kleinen, für sie aber wichtigen Detail: Auf ihren Wunsch hin wurden im Zuge der Arbeiten auch die Toiletten verschönert und mit neuen Toilettensitzen ausgestattet. Ein Sanitärfachmann aus der Elternschaft übernahm auch diese Aufgabe.
Und natürlich packten die Kinder selbst ebenfalls kräftig mit an. Bis zu 15 Schülerinnen und Schüler beteiligten sich an den beiden großen Arbeitstagen, räumten Unterrichtsmaterialien aus und wieder ein, halfen beim Umzug und griffen sogar selbst zu Pinsel und Farbrolle. So entstanden nicht einfach neue Räume für die Kinder – sie halfen selbst dabei mit, ihre zukünftige Lernumgebung zu gestalten.
Auch bei den helfenden Eltern war die besondere Stimmung dieser Gemeinschaftsaktion deutlich zu spüren. Viele beschrieben es als schönes und verbindendes Gefühl, an den Räumen mitzuarbeiten, in denen die eigenen Kinder künftig lernen und wachsen werden. Besonders hervorgehoben wurde die Organisation im Vorfeld: Trotz zahlreicher parallel laufender Arbeiten wusste jeder, wo Unterstützung benötigt wurde und was als Nächstes zu tun war. Wie groß die Bereitschaft zum gemeinsamen Anpacken war, zeigte sich auch daran, dass manche Eltern, die ursprünglich nur für den Freitagvormittag zugesagt hatten, kurzerhand bis in die Abendstunden blieben und weiterarbeiteten.
Der Erfolg dieser Zusammenarbeit konnte sich sehen lassen. Der neue Werkraum und der neue Reli-Raum wurden fertiggestellt, ebenso die neuen Klassenräume „Luna“ für die jüngeren Kinder und „Jupiter“. Ein großer Abstellraum wurde vollständig ausgemistet und vorhandene Tische und Stühle konnten sinnvoll weiterverwendet und für den Klassenraum „Luna“ genutzt werden. Lediglich beim neuen Musikraum waren nach dem großen Aktionswochenende aufgrund seiner vorherigen Nutzung als Werkraum noch spezielle Arbeiten am Boden sowie einzelne kleinere Aufbauarbeiten notwendig.
Wie effizient die Zusammenarbeit funktionierte, zeigte sich schließlich auch am Zeitplan: Ursprünglich waren drei große gemeinsame Arbeitstage vorgesehen. Doch bereits am Ende des Samstags waren die Arbeiten so weit fortgeschritten, dass der für Sonntag geplante dritte Einsatztag vollständig entfallen konnte. In den darauffolgenden Tagen mussten lediglich noch die vorgesehenen Fach- und Restarbeiten abgeschlossen werden.
Neben all der sichtbaren Arbeit an Wänden, Möbeln und Unterrichtsmaterialien entstand an diesem Wochenende aber noch etwas anderes: ein starkes Gefühl von Gemeinschaft. Eltern brachten ihre Zeit, ihre Arbeitskraft, ihr berufliches Wissen, Kontakte, Werkzeug und Ideen ein. Kinder arbeiteten Seite an Seite mit Erwachsenen, Mitarbeitende koordinierten und packten selbst mit an. Aus vielen einzelnen Beiträgen entstand innerhalb kürzester Zeit etwas Gemeinsames.
Ein besonderer Dank gilt deshalb allen Eltern, Kindern, Mitarbeitenden und Fachleuten, die diese große Aktion mit ihrer Zeit, ihrem Wissen und ihrem persönlichen Einsatz unterstützt haben – und ganz besonders Nadine Varga-Schmidt für die umfangreiche Vorbereitung und Koordination.
„Viele Hände, schnelles Ende“ lautete das Motto des ursprünglichen Helferaufrufs. Treffender hätte sich im Rückblick wohl kaum beschreiben lassen, was die Montessori-Gemeinschaft gemeinsam auf die Beine gestellt
hat. Am Ende sind nicht nur neue und frisch gestaltete Lernräume entstanden. Die Aktion hat vor allem eindrucksvoll gezeigt, was möglich wird, wenn viele Menschen Verantwortung übernehmen und gemeinsam für ihre Schule anpacken.









